Willkommen in meiner Bücherwelt!

Schön, dass du mich hier gefunden hast! Ich bin Autorin und schreibe Romane, die dich an die Nordsee und in den Süden führen, genauer in meine Wahlheimat Regensburg und in den Bayerischen Wald, wo ich herkomme. Denn, das kann man gar nicht oft genug erwähnen, in Bayern wird nicht nur gemordet (wie die reichhaltige Krimiliteratur es nahelegt), sondern wie überall nach Herzenslust geliebt. Meine Protagonistinnen sind beruflich oft handwerklich oder technisch unterwegs. Wenn dir dieses ungewöhnliche Setting gefällt, bist du hier richtig - und die Liebe ist ja sowieso universell!

Auf diesen Seiten findest du alles über meine Bücher und meine Schreibkurse, aber auch über mein Leben und meine Arbeit als Autorin in Regensburg. Gern kannst du mir auch schreiben oder meinen Newsletter abonnieren.

Auf meinem Blog teile ich Aktuelles aus meinem Autorinnenleben, kleine Alltagsbeobachtungen oder auch Gedichte.

 

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Sabine Rädisch


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Ein Leben, viele Bücher

Sabine Rädisch

Wer liest oder selbst Geschichten schreibt, kann viele Leben leben, kann Dinge innerlich ausprobieren und durchfühlen. Dieses Eintauchen in fremde Innen- und Außenwelten erschien mir von Kindheit an verlockend. Das eine Buch, das mich geprägt hat, gibt es daher nicht. Vielmehr habe ich wechselnde Lese-Vorlieben, die gerade zu der jeweiligen Lebensphase passen. In frühester Kindheit waren es Bilderbücher wie Das Auto hier heißt Ferdinand. Erst jetzt stelle ich fest, dass es von Janosch ist - Name und Bekanntheitsgrad des Autors oder Illustrators waren mir als Drei- oder Vierjährige wohl noch ziemlich egal :-)

 

Später ging es weiter mit Ronja Räubertochter, mit den Fünf Freunden oder Anne of Green Gables. Es folgten Unterhaltungsromane der damaligen Zeit, die meine Mutter gerne las, wie zum Beispiel die Poenichen-Trilogie von Christine Brückner, in der sich die Fluchterfahrungen meiner eigenen Familie spiegelten. Und natürlich las ich mich auch durch die Gemeindebücherei und die Schulbibliothek, durch Biografien von so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Martin Luther King und Marilyn Monroe. Dann amerikanische Erzähler*innen und englische Krimis.

 

Es sind ganze „Buchfamilien“, die mein Lesen, Leben und Schreiben geprägt haben – in dem Sinne, dass die Bücher eine thematische Verwandtschaft miteinander aufweisen. Und in einem weiteren Sinn: Bücher, die wie gute Freunde sind. Mit denen man eine schöne Zeit verbringen, lachen und weinen und am Leben der Figuren Anteil nehmen kann. Auch fantastische Geschichten faszinierten mich, wie Das Mädchen mit dem Kupferhaar von Brigitte Kaufmann: Ein Jugendbuch, das schätzungsweise um 1985 unter dem Weihnachtsbaum lag und das ich noch in der Nacht verschlang. Kennt das noch jemand? Da geht es um ein Mädchen, das gegen die Herrschaft der Computer auf ihrem Planeten rebelliert und sich für ein Leben in der Natur entscheidet. Die Geschichte des Aufbegehrens, mit der ich mich damals gut identifizieren konnte.

 

Das Genre Science Fiction sollte meine frühen Schreibversuche prägen: Jahrelang schrieb ich so etwas wie Captain-Future-Fan-Fiction und hatte sogar eine eigene kleine Fangemeinde in der Schule! Ich schrieb mit Bleistift in Schulhefte oder kleine Buchkalender. Was eben gerade so verfügbar war. Ich schrieb so, wie ich las, ließ die Geschichte einfach in mir ablaufen – ohne auf einen handwerklich „korrekten“ Plot zu achten oder gar an eine Veröffentlichung zu denken. Ich schrieb, weil und wie es mir gefiel. Sicherlich hat das auch mein Schreiben geschult. 

 

Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, ich sollte doch etwas Bedeutungsvolleres gelesen haben – Werke wie Der Fänger im Roggen, das viele als DAS Kultbuch schlechthin bezeichnen, wenn es um prägende Leseerlebnisse in der Jugend geht. Doch ich wuchs in einem 80er-Jahre-Arbeiter-Haushalt heran. Meine Eltern waren nicht akademisch gebildet und meine Mutter las für ihr Leben gern. Und so blätterte auch ich mich quer durch das, was der Bertelsmann Buchclub so zu bieten hatte. Und finde jetzt heraus, dass er schon seit gut 10 Jahren nicht mehr existiert. Kein Hauptvorschlagsband mehr, keine Kataloge und erst recht keine Filialen. Meine Eltern verstarben in dem Jahr, bevor die letzte ihre Pforten schloss. Und irgendwie tröstet mich die Vorstellung, dass der Buchclub wahrscheinlich ihr ganzes Erwachsenenleben begleitet hat. 

 

Meine Online-Flatrates bei verschiedenen digitalen Bibliotheken, eine davon öffentlich (danke, Stadtbücherei Regensburg!) erscheinen hier wie eine logische Fortsetzung der Buchclub-Ära; Bücher und Schreiben sind und bleiben verlässliche Begleiter auf meiner eigenen Lebensreise. Ich möchte hier nach und nach noch mehr solcher Erinnerungen teilen – was bestimmte Autor*innen und Bücher mir bedeuten und welche Impulse sie mir gegeben haben. Schau wieder rein!

 

Bild: Foto M.G.

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4 Autorinnen, 4 Geschichten auf Oberpfalz-Tour

Von März bis Oktober 2023 war ich mit meinen Kolleginnen Sonja Silberhorn, Petra Teufl und Gerda Stauner auf Lesereise durch die Oberpfalz - es war fantastisch! Bei der Lesung im Cordonhaus in Cham war klar, dass ich hier, im Bayerischen Wald aus meinem Roman Bis auf weiteres für immer lesen möchte: Die Protagonistin Johanna ist dort aufgewachsen und verliebt sich in einen Insulaner von der Insel Föhr. Ich las eine Szene, in der Kai auf Johannas Familie trifft und dabei mit den traditionellen Werten und dem Dialekt konfrontiert ist. Was soll ich sagen, das Publikum lachte viel und am Ende waren die Bücher sogar ausverkauft! Danke, Cham. Ihr seid die Besten. 

 

Ein besonderes Setting erwartete uns Anfang Mai auch auf der Burg Wolfsegg, gut 20 km nordwestlich von Regensburg (danke an Hans Teufl für die spontane Übernahme der Kamera :-)). Umgeben von Ritterrüstungen und an einer Tafel sitzend, die König Artus  alle Ehre gemacht hätte. Allein der Aufstieg zur Burg ist schweißtreibend - wenn Frau dann noch eine Tasche voller Bücher, Ton-Equipment und sich selbst hinaufschleppt ... aber ich wandere ja gern, die Aussicht von oben ist phänomenal und bis zur Ankunft des Publikums hatten wir genügend Zeit zum Durchatmen.

 

In ein völlig anderes Ambiente tauchten wir ein im Future Lab in Weiherhammer - die Fotos vermitteln davon den besten Eindruck. Teilweise historisch wurde es dann wieder in Oberviechtach: Hier luden uns die Freunde der Kunst e.V. ins Dr. Eisenbarth- und Stadtmuseum. Wir lasen vor einem vollen Haus und bekamen anschließend noch Pralinen und Butterbrezen mit auf den Weg. Mehr dazu in dem wunderbaren Artikel von Georg Lang.

 

Nach der Sommerpause lasen wir in Neustadt an der Waldnaab in der Alten Schießstätte, in die der engagierte Verein Hausfluss e.V. zu verschiedensten Kulturveranstaltungen einlädt - Musik, Literatur, Kino, Ausstellungen ... all das viel schöner als Schießen :-) Die Waldnaab fließt direkt am Haus vorbei und ist durch ein großes Panoramafenster zu sehen, vor dem es während der Lesung langsam dunkel wurde - sehr stimmungsvoll!

 

Noch weiter in den Norden führte uns die Lesung in der Stadtbücherei Waldsassen, ebenfalls ein wunder-wunderschönes Haus mit beindruckenden alten Holzbalken und einem tollen Team, das uns mit leckeren Teilchen umsorgte. Denn mit der Verpflegung spät am Abend ist es so eine Sache in der nördlichen Oberpfalz - nach der Lesung hat meist kein Lokal mehr geöffnet (und manchmal auch schon vorher nicht, das darf gesagt werden :-) und die Rückfahrt muss ja auch noch bewältigt werden ... fast eineinhalb Stunden dauerte sie von Waldsassen aus. Gut, dass immer eine von uns Nüsschen oder Kekse bei sich hatte.

 

In Amberg reichte die Zeit vorher noch für einen Kaffee im traditionsreichen Café Zentral und auch in der Stadtbibliothek selbst herrschte eine gemütliche Kaffeehausatmosphäre.

 

Und dann war die Lesereise auch schon vorbei ...! So viele Mails und Telefonate mit Veranstaltern und Sponsoren, spontane Videomeetings und Umfragen zwischen uns Autorinnen, ein gemeinsamer Terminkalender, geschätzt ca. 1.000 gefahrene Kilometer, unzählige Gespräche am Rande der Lesungen, sieben Soundchecks, etliche signierte Bücher ... es war wundervoll und wir sind auf unserer Tournee so richtig zusammengewachsen. Den Abschluss feierten wir dann in Regensburg bei PIzza, Pasta, Wasser & Wein im dichten Schneetreiben Ende November. 

 

Am liebsten würden wir gleich wieder loslegen - dann aber bitte mit einem Veranstalter im Rücken, der uns die ganze Organisation abnimmt :-) Und mit einer Chauffeurin (träumen darf man ja mal). Leider war es nur in Amberg möglich, mit dem Zug anzureisen. 

 

Unsere Lesereise wurde unterstützt von den örtlichen Kommunen und Vereinen, teilweise von Bayern liest e.V. und der Regierung der Oberpfalz. Herzlichen Dank dafür!

Mein neues Kleid

Ich trage eine leichte, wärmende Hülle auf der Haut, atmungsaktiv und mit viel Bewegungsfreiheit. Trotzdem sieht man meine Konturen, meine Größe, meine Bewegungen, weit und kraftvoll. Mein Kleid ist aus Erde gemacht, aus Blättern und Heu. Mein Kleid ist aus allem, was ich brauche. Es hat viele Taschen, meine Träume und Wörter wohnen darin. Sobald ich hineingreife, entfalten sich Bilder, Sätze, ein Textgewebe. Eine Textur. In mir ist ein Wald, ich wachse und strecke und schlinge und wurzle. Der Boden unter meinen nackten Füßen ist feucht, aber nicht nass. Der Wind streift durch meine Gedanken, ich lasse alles hinter mir, ich gehe weiter, immer weiter, trete hinaus auf den Weg, der durch die Felder führt. Die Sonne wärmt mir das Gesicht, mein Haar ist wild und weich und ich trage ein Vogelnest auf dem Kopf. 

 

Der Text entstand Anfang 2021 durch einen Schreibimpuls von Helen Perkunder. Danke, Helen :-)

Menschen am Horizont

Mein ganzes Erwachsenenleben lang wohne ich nun schon in der Stadt. Als Kind und Jugendliche konnte ich mir das nicht vorstellen, sehnte mich aber nach den Möglichkeiten: Kino, Kneipen und Cafés. Bibliotheken, Buchläden - und jede Menge Menschen. Die Stadt, in der ich lebe, bietet all das. Sie ist nicht groß, mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß bin ich schnell draußen. Und ich weiß, wo diese ruhigen Flecken sind, an denen man nur noch den Wind hört und vielleicht entferntes Hundegebell oder Stimmen. War mir früher das Dorfleben manchmal zu eng, so suche ich jetzt die Weite der Landschaft. Empfinde es als wohltuend, zwischen Feldern und Wäldern dahinzustreifen, den Blick und das Herz ganz weit. Für eine Weile genieße ich das Alleinsein abseits des Stadtgetriebes, wo die Überfüllung zum Dauerzustand geworden ist. Ich habe mir Brotzeit eingepackt, sitze auf einer Bank. Vor mir der sanft ansteigende Weg. Und dann entdecke ich sie: Überall Menschen, als Punkte am Horizont. Menschen mit Hunden, Menschen mit Rädern. Menschen allein und zu zweit. Beim Joggen oder gemütlich dahinspazierend. Manche wünschen mir im Vorübergehen einen guten Appetit, lächeln mich an. Andere nehmen ihre Hunde näher bei Fuß. Und schon freue mich mich wieder, nicht ganz allein zu sein. Wann genau beginnt das eigentlich wieder, dass Fremde einander grüßen und vielleicht auch ein paar Worte wechseln? Wie groß muss der Abstand sein, von der Stadt und zwischen den Menschen? Ich mag es, die weite Landschaft um mich zu haben und doch nicht allein zu sein. Ich mag es, wenn sie als dunkle, sich bewegende Umrisse auftauchen: Menschen am Horizont. Menschen, die wie ich diese ganz spezielle Lichtstimmung an einem Januarnachmittag genießen - kurz nach der Wintersonnenwende, an denen man aber spürt, dass allmählich das Licht zurückkommt. Menschen vor dem leuchtenden Blau des Himmels, bevor die Sonne hinter den Bäumen verschwindet. Ich sehe einen Mann und eine Frau, ihre Silhouetten wie ein Scherenschnitt. Und da, auf der anderen Seite, eine ganze Familie. Ihre grellbunten Jacken wie Stecknadelköpfe vor dem Grün der Wiesen. Menschen am Horizont: Sie geben mir das Gefühl, dass im Augenblick alles gut ist, egal wie durcheinander die Welt sein mag. Menschen mit all ihren Geschichten, mit ihrem Leben und einem Lächeln auf dem Gesicht, während sie das Sonnenlicht einatmen.

Nur ein paar Worte

Mädchen junge Frau schreibt Notizbuch Tagebuch
Foto: Hanna Olinger auf Unsplash

Nur ein paar Worte nehme ich mir vor. Für jeden Tag. Ins Tagebuch, Notizbuch. Mir selber ins Gesicht und in die Seiten schauen. Noch nicht wissen, was als nächstes kommt. Warum ist es so leer hier im Blog? Weil ich eben dies in letzter Zeit nicht so oft getan habe. Dabei ist es genau das, wozu ich in meinen Schreibwerkstätten anleite. Schreiblust braucht einen Rahmen und eigentlich nur wenig Zeit. Ein paar Worte sind schnell hingeschrieben. Dürfen stehenbleiben oder sich verselbständigen - vielleicht kommt die Lust und das Bedürfnis, tiefer einzusteigen und etwas Längeres daraus zu machen. Vielleicht reicht aber auch der kleine Gedanke, der schon länger in mir wohnt und den ich noch nie so recht in Worte fassen konnte und der nun deutlicher hervortritt. Wie ein Baum oder ein Berg, die sich nach und nach aus dem morgendlichen Dunst erheben. Oder etwas, das ich mir vorgenommen, dann aber wieder vergessen habe - wie zum Beispiel morgens schwungvolle Musik aufzulegen, um in die Gänge zu kommen. Los - schreib es hin! (Und tu es.)

Und dann wären da noch Fragen - Fragen, die ich mir noch nicht gestellt hatte, die aber wichtig sind. Bei mir aktuell: Wo will ich mit meinem Manuskript eigentlich hin? Bis jetzt ging es vor allem darum, endlich einmal fertig zu werden. Das ist gelungen - übrigens auch, indem ich zuweilen "nur ein paar Worte" hinschrieb, aus denen dann mehr wurde. Sie flossen entweder direkt in den Text oder ich kritzelte vor mich hin, fand Lösungen für Knoten in der Handlung oder deckte die Motivation meiner Figur auf. Denn in einem Roman geschieht nichts ohne Grund. Alles, was meine Figuren tun, muss sich glaubhaft aus ihrem Charakter ergeben und die Handlung vorantreiben.

Und doch: "Nicht alles muss einen Sinn ergeben", las ich neulich. So befreiend! Wobei ich im Zusammenhang mit kreativen Prozessen eher von "absichtslos" sprechen würde - dass also alles kommen darf, was kommen will, und nichts von vornherein ausgeschlossen ist. Und wie oft ergibt sich eine gewisse Ordnung dann von selbst. Muss aber nicht sein.

Einfach anfangen. Jeden Tag neu. Nur ein paar Worte ...